Saisonarbeit

Corona-Virus Disease 2019 (COVID-19)

Bei dem Corona-Virus Disease (Covid 19) handelt es sich um eine gefährliche Infektionserkrankung. Trotz der Ansteckungsgefahr können Saisonbeschäftigte aus Osteuropa in der deutschen Landwirtschaft arbeiten.

Der Betrieb muss Dich im Vorfeld Deiner Einreise und in Deiner Sprache über die besonderen Hygieneregelungen zur Sicherstellung des Infektionsschutzes (Corona-Virus) unterweisen. Entsprechende Information der SVLFG, der für die Landwirtschaft zuständigen Unfallversicherung, ist etwa bereits fremdsprachig vorhanden und online verfügbar. Link

Einreise in der Saison 2020 aufgrund von COVID-19

Je 40.000 Saisonarbeitnehmer*innen dürfen im April und Mai nach Deutschland einreisen. Die Einreise ist nur mit einem Charterflug sowie nur an bestimmten Flughäfen möglich. Dein Betrieb soll sich um die Buchung kümmern. Einreisen mittels PKW oder Bus sind nicht erlaubt.

Hinweis: Achte darauf, dass die Flugkosten später nicht von Deinem Lohn in Abzug gebracht werden. Unsere Auffassung ist, dass der Arbeitgeber dafür aufkommen muss.

Vor dem Abflug benötigst Du einen gültigen Personalausweis bzw. Reisepass, ein Flugticket und den Arbeitsvertrag. Dein Betrieb muss wiederum Deine Einreise spätestens bis 12 Uhr am Tag davor über die Internetseite https://saisonarbeit2020.bauernverband.de/ anmelden. Dein Einverständnis zur Weitergabe der Daten muss der Betrieb im Vorfeld bei Dir einholen.

Bei der Ankunft musst Du Dich einer Untersuchung durch vom Betrieb bereitgestelltes, medizinisches Personal am Flughafen unterziehen. Du musst weiterhin durch den Betrieb vom Flughafen abgeholt werden.

Auf der Arbeit und in der Unterkunft

In den ersten 14 Tagen musst Du strikt getrennt von den sonstigen Beschäftigten leben und arbeiten und du darfst das Betriebsgelände nicht verlassen. Du musst in kleinen Teams wohnen und arbeiten (fünf bis zehn, max. 20). Die Zimmer dürfen mit maximal halber Kapazität belegt sein.

In der Unterkunft müssen Desinfektionsmittel und Einmalhandtücher in Bad, Toilette und Küche bereitgestellt werden. Weiterhin gilt: Wäschewaschen und Geschirrspülen bei mindestens 60°C, Verbot von Besuchen, regelmäßiges Reinigen und zeitversetzte Nutzung von Gemeinschaftsräumen.

Der Transport zum Feld soll nur in den jeweiligen Teams erfolgen. Arbeitsbesprechungen und Pausen sollen im Freien stattfinden oder in größeren Räumlichkeiten, in welchen die Einhaltung eines Mindestabstandes von 2 Metern möglich ist. Der Abstand ist auch bei den Arbeiten auf dem Feld einzuhalten. Bei einem Abstand von unter 1,5 Metern ist entsprechende Schutzausrüstung (z.B. Mundschutz, Handschuhe, etc.) bereitzustellen.

Die Verpflegung/ Der Einkauf ist in den ersten 14 Tagen vom Betrieb bereitzustellen bzw. zu übernehmen. Danach kannst Du Dich auch selbst versorgen. Die Anzahl der gleichzeitig einkaufenden Personen soll jedoch begrenzt werden.

Hinweis: Zusätzliche Ausgaben in Verbindung mit Quarantäneregelung in den ersten 14 Tagen dürfen unserer Ansicht nach nicht auf Dich abgewälzt werden. Achte daher darauf, was Dir ggf. vom Lohn für Verpflegung abgezogen wird.

Bei Verdachtsfällen auf COVID-19 sollen Du und Dein Team isoliert werden und vom Arzt auf den Virus getestet werden. Das Gesundheitsamt soll informiert werden.

Höchstarbeitszeiten

Die Ministerien haben die maximal zulässige tägliche und wöchentliche Arbeitszeit vorübergehend auf 12 bzw. 60 Stunden angehoben. Auch das Sonn- und Feiertagarbeitsverbot wurde aufgehoben. Du bist jedoch nicht verpflichtet solche Arbeitszeiten zu leisten, wenn Du Dich im Arbeitsvertrag nicht dazu bereit erklärt hast. Daher lasse Dir Deinen Arbeitsvertrag von uns im Vorfeld erklären!

Gesetzlicher Mindestlohn

Du hast das Recht auf den gesetzlichen Mindestlohn. Das sind zurzeit 9,35 € pro Stunde. Das gilt auch bei Akkordlohn.

Abzüge für Unterkunft und Verpflegung

Der Arbeitsvertrag regelt auch ggf. Abzüge von Ausgaben für Verpflegung und Unterkunft. Wir haben Kenntnis von Fällen in der Vergangenheit, bei denen diese Abzüge nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprachen:

  • 258 Euro pro Person und Monat bei drei Mahlzeiten am Tag (Frühstück 54 Euro, Mittag- und Abendessen jeweils 102 Euro)
  • monatliche Miete von 235 Euro bei Einzelzimmerbelegung, 141 Euro bei zwei Personen im Raum usw.
Forderungen IG BAU

Die IG BAU (für die Landwirtschaft zuständige Gewerkschaft) fordert unter anderem für Erntehelfer*innen

  • Bereitstellung von Toiletten mit Wasseranschluss auf dem Feld
  • Unterbringung nur in Einzelzimmern
  • Erschwerniszulage für Saisonarbeit*innen als Ausgleich dafür, dass diese sich angesichts des Corona-Virus erheblichen gesundheitlichen Gefahren aussetzen
Noch Fragen? Probleme? Melde Dich bei uns.

Schicke uns eine Nachricht über unsere Facebook Seite: https://www.facebook.com/seasonalworkersgermany/

Email: info@emwu.org

Hotline von Faire Mobilität für Beschäftigte in der Landwirtschaft

Bosnisch-Kroatisch-Serbisch: 0800 0005776

Montag und Mittwoch 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr

Donnerstag 13.00-17.00 Uhr

Bulgarisch: 0800 1014341

Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr

Polnisch: 0800 0005780

Montag bis Freitag 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr

Rumänisch: 0800 0005602

Montag bis Freitag 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr

Ungarisch: 0800 0005614

Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr

Mitgliedschaft in Gewerkschaft

Du interessierst dich für eine Mitgliedschaft in der für die Landwirtschaft zuständigen Gewerkschaft, die IG BAU? Dann melde Dich doch direkt bei der Hotline für Wanderarbeitende der IG BAU und hinterlasse eine Nachricht in Deiner Sprache.

Beitrittsformulare in diversen Sprachen findest Du hier

Email: mobil@igbau.de

Hotline von IG BAU für Wanderarbeitende

Bosnisch – Kroatisch - Serbisch: 0049 391 4085 114

Polnisch: 0049 391 4085 108

Rumänisch: 0049 391 4085 107

Bulgarisch: 0049 391 4085 106 

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